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Update 01.03.08
www.thewildflowers.com
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Nadja
Petrick The night with you
Silvy Pommerenke
Ein bisschen Lokalpatriotismus kann ja nie schaden. Mit Nadja Petrick
hat die Berliner Szene eine lässige, ohne Pathos und Posing auskommende
Musikerin in ihrer Mitte.
Nadja Petrick klingt
ein wenig wie Bob Dylan (zu dem sie auch eine besondere Affinität
verbindet), oder nach einer Reinkarnation von Janis Joplin. Die Songs
sind eine Mischung aus Country- und Westernsounds, die "staubiger
klingen als die Texanische Wüste".
Bereits mit zwölf Jahren schrieb das Country-Girl ihren ersten Song
und kann mittlerweile auf ein opulentes Repertoire von über 300 Eigenkreationen
zurückblicken. Im vorletzten Jahr war sie zudem auf dem Singer/Songwriterinnen
Sampler "Sirens of Berlin" mit ihrem Country-Walzer "Too
much liquor" vertreten, der eigentümliche Analogien zu einem
trunkenen Tom Waits aufwies. Auf dieser Compilation finden sich unter
anderen Künstlerinnen auch Caró, Bérangère Palix
oder Jenny Weisgerber.
Bereits 1991 hatte Petrick einen erfolgversprechenden Auftakt, denn sie
veröffentlichte ihr Debut "April Wood", das in Peter Gabriels
Real World Studio produziert wurde. Sie gab 1992 den Support bei der Tournee
von Roger Chapman, und nachdem sie 1995 in Austin/USA auf dem SouthbySouthwest
Festival spielte, orientierte sie sich wieder mehr auf die deutsche Folk-
und Bluesclublandschaft. 1998 lieferte sie für die Filmmusik von
Detlev Bucks "Liebe deine Nächste" (1998) den Song "Down
in the groove" und hat mit ihren steten Wegbegleitern von "The
Wildflowers", bestehend aus Axel Rosenbauer (Gitarre), Will Gibson
(Bass) und Carsten Scheideler (Schlagzeug) bereits mehrere Platten aufgenommen.
Anspieltipps: "Dance with me" klingt herrlich dunkel und endzeitlich.
"Blue Skies" kann trauriger nicht sein, und ist ein Trennungslied
für die Ewigkeit bestimmt. Zu guter Letzt sei noch "Hallelujah,
I'm in love" genannt, das mit wunderbaren Charleston-Klängen
zum Swing einlädt, und damit exakt das Schmetterlings- und Rosa-Rote-Brillen-Gefühl
der frischen Liebe auf den Punkt bringt.
Weiterhören: Emmylou Harris und Lucinda Williams
Nadja Petrick und die Wildflowers im Netz: www.thewildflowers.com
AVIVA-Tipp: Nadja Petrick steht für handgemachtes Singer-Songwriting,
das für alle Jeanshosen- und CowboystiefelträgerInnen genau
das Richtige sein dürfte. Zeitlos, mit eingängigen Melodien
versehen und abgerundet mit Mundharmonika und Akustikgitarre. Wie gemacht
für ein Lagerfeuer im Schrebergarten.
http://www.aviva-berlin.de
Nadja Petrick hat sich als Sängerin und Songschreiberin bereits einen
guten Namen gemacht. Auf der Berliner Produktion Sirens Of Berlin
war sie mit einem Song vertreten und ist seitdem auch dem Country Publikum
ein Begriff.
Die CD The Night With You hat sie selbst produziert. Hauptaugenmerk
liegt bei ihrer Stimme. Instrumentiert wurde spärlich, die Stimme
unterstützend.
Nadja erzählt Geschichten von sich, von der Liebe und dem Leben.
Mal mit Blues-Touch wie in Aint Gonny Drink From That Well
No More. Das klingt schon recht schräg, soll es aber auch.
Mehr in die Country-Richtung gehen Songs wie Red Roses Are Out Of
Fashion. Eine Mundharmonika kommt hier zum Einsatz, prägend
ist aber auch hier die akustische Gitarre, die Nadja selbst spielt. Sehr
ruhig ist beispielsweise der Titel Blue Skies.
Eine Musik, die früher gut auch als Folk angekommen wäre. Handgemachte
Musik zum Zuhören und Nachdenken. Und dennoch durchaus auch oft mit
Pep.
Etwas für alle, die den spärlich instrumentierten Songwriterstil
lieben. Hier gehts darum, Geschichten zu erzählen.
http://www.country-mag.de/cdnews.htm
All songs written by Nadja Petrick. Logisch wenn man über ein Repertoire
von über 300 selbst verfassten Songs verfügt. Der unbedarfte
Ersthörer wird sich beim Opener There´s a song lingering
on erst mal fragen, was das denn soll! Was da aus den Lautsprechern
kommt, hört sich beim ersten Mal ein wenig an, als hätte sich
Marianne Faithfull die Nase beim Singen zugehalten. Aber wenn das so klingt,
dann hat Nadja Petrick das auch so gewollt.
Bei Titel zwei auf The Night with you, Ain´t gonna drink from
that well no more empfehle ich dringend keine Kopfhörer zu
benutzen. Dieses pervers zu nennende, wenn auch so gewollte, ohrenbetäubende
Gitarrengequitsche kann Hörschäden verursachen. Ganz im Ernst,
dafür gehört ein Warnhinweis auf das Cover. (Das soll kein Scherz
sein!) Musikalisch kommt auf den Punkt rüber, was der Titel verspricht.
Ein wenig hatte ich den Eindruck, dass Lucky Luke auf Jolly Jumper gemütlich
in die Stadt geritten kommt. Die Stimme von Nadja Petrick ist auch bei
diesem Titel über jeden Zweifel erhaben.
Bei Only the leaves in the wind habe ich noch mal schnell
das Cover in die Hand genommen, ob da nicht doch ein unbekanntes Werk
von Janis Joplin eingespielt wurde. Und immer wieder diese Stimme, die
mich in ihren Bann zieht. Gänzlich nebensächlich wird hier die
Tatsache, dass sich Nadja Petrick bei allen Tracks auch noch perfekt auf
der Gitarre begleitet. Wer die anderen Instrumente spielt, bleibt zunächst
mal offen. Hier schweigen CD, Homepage und Waschzettel.
Bei Track Nummer sieben Stranger in this town, knallt der
Countrysound so aus den Boxen, dass man das Gras der Prärie förmlich
riechen kann.
And so on
Keins der Stücke auf dieser CD gleicht dem anderen,
was selten so ist, hier aber in Perfektion gelungen ist.
Fazit:
Was soll man zu The Night with you noch sagen? Diese CD, nein diese Sängerin
kann man nicht beschreiben. Man muss diese Musik erleben. Die Übergänge
von Country, Folk und Blues sind meist fließend, so dass es mir
schwer fällt Nadja Petrick auf einen Stil festnageln zu wollen.
Einigen wir uns auf Countryfolkrockblues.
Andreas W. Fieseler
http://www.musikansich.de/review.php?id=3147
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